Wäschespinne

Aufbau Wäschespinne

Nina Meier, Anabel Romero Moscoso

 

Das Projekt SPIDERFOREST befindet sich in den Innenhöfen der Radolfzellerstraße 22. Wir haben mit den Mietern und Eigentümern der Radolfzellerstraße zu Beginn des Projektes ausführlich gesprochen und haben in den Gesprächen festgestellt, dass dort sehr viele ältere Leute wohnen, die nachmittags zu Hause sind und sich über ein Gespräch freuen. Die neuen Mieter sind meist jüngere Familien mit Migrationshintergrund. Diese haben so die Eigentümer, einen anderen Bezug zum Gebäude und kümmern sich wenig um die Allgemeinflächen, so kommt es zu Konflikten zwischen den oft älteren Besitzern der Eigentumswohnungen und den Mietern. Viele Anwohner haben uns erzählt, dass Sie sehr wenig Kontakt mit den Nachbarn haben. Gefragt nach dem begrünten Hof zwischen den Häuserzeilen wurde dieser als eher negativ wahrgenommen und beschrieben. Einer der Befragten sprach in diesem Zusammenhang sogar von Friedhofsatmosphäre. Zwar ist die Fläche an sich begrünt und allerdings derzeitig komplett unbelebt und ungenutzt. Der einzige belebte Moment entsteht beim Wäsche aufhängen. Einzelne Wäschespinnen sind in das Grün gebaut und stellen bisher auch den einzigen Grund dar diese Grünfläche zu betreten und zu nutzen. Und so bleiben bis heute die verbindenden Grünflächen zwischen den Wohnblöcken fast ungenutzt. Da der Wunsch nach mehr Kontakt zu den Nachbarn besteht (laut unseren Umfragen) haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, diesem Wunsch auf zwei Ebenen zu begegnen. Die Thematik der Wäschespinnen, die bisher die einzigen Begegnungsorte sind, aufgenommen und in ein neues Konzept umgesetzt. So werden wir auf der substanziellen Ebene einen Raum aufspannen, einen Raum der Begegnung und des freien, zwanglosen Miteinanders. Dieser Raum wird durch abstrakte ungefähr 9 übergroße Wäschespinnen aus Holz aufgespannt und verleitet die Bewohner zum Verweilen auf dem bisher ungenutzten Grün. Teil unseres Projektes wird im Sommer in dem von uns erschaffenen Raum ein Grillfest mit den Anwohnern sein, um ihnen dadurch auch die Schwelle zu nehmen diesen neuen, durch wenige Mittel entstandenen Raum sich zu eigen zu machen. Die Installation kann wenn gewünscht über den Ausstellungszeitraum hinaus stehen bleiben oder an einem anderen Ort installiert werden.